Entgeltgleichheit

Überall in Europa verdienen Frauen weniger als Männer. Bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt acht Prozent weniger als Männer - dies ist die so genannte "bereinigte Lohnlücke".

Das statistische Bundesamt hat errechnet, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent (unbereinigt) weniger verdienen als Männer. Unabhängig von den jeweiligen statistischen Zahlen gibt es hierfür viele Gründe (Erziehung, Berufswahl, Struktur des Arbeitsmarktes, Gesetzgebung):

  • Viele Frauen arbeiten in Berufen, die schlechter entlohnt sind als Männerberufe:
  • Gesundheitsberufe wie Krankenschwester oder Medizinische Fachangestellte, Hebamme oder Medizinischtechnische Assistentin sind ganz typische Frauenberufe, der Frauenanteil liegt bei 80 Prozent.
  • Die Arbeitsleistung in diesen Berufen wird geringer bewertet als die Arbeitsleistung zum Beispiel in technischen Berufen.
  • In bestimmten Berufen und Branchen fehlen Frauen.
  • In den Verhandlungsrunden (Tarifkommissionen) von Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden sitzen mehrheitlich Männer, aber auch in den Führungspositionen wie beispielsweise den Aufsichtsräten.
  • Frauen haben häufigere und längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und -reduzierungen als Männer.
  • Die Verdienstabstände werden mit höherer Ausbildung und mit zunehmendem Alter größer, die Lohnlücke in ländlichen Gebieten ist zudem deutlich höher ist als in Städten.

Lohnlücke wird zur Rentenlücke

Die durchschnittliche Lohnlücke von 22 Prozent vergrößert sich im Verlauf eines frauentypischen Erwerbslebens zur durchschnittlichen Rentenlücke von 59 Prozent, denn die gesetzliche Rentenversicherung liefert ein getreues Abbild der Erwerbsbiografie.

Niedrige Einkommen und Teilzeitbeschäftigung wirken sich 1:1 auf die Rentenanwartschaft aus.

Die Anrechnung von drei Erziehungsjahren pro Kind gilt erst für die ab 1992 geborenen Kinder, deren Mütter überwiegend noch nicht im Rentenalter sind.

Wer heute in Rente geht, bekommt nur ein Erziehungsjahr pro Kind gut geschrieben.

 


Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG)

  • systematische diskriminierungsfreie Bewertung der Arbeitsleistungen von Frauen und konsequente Verwendung diskrimierungsfreier Arbeitsverträge
  • Gleichstellung der professionellen Sorgeberufe mit den technischen Berufen in Hinblick auf Qualifizierung und Bezahlung
  • ausreichende Einführung eines existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohns
  • konsequente Unterstützung egalitärer Lebensmodelle, also Schaffung von Arbeitsverhältnissen, die auf dem Zweiverdienermodell gründen und Anreize für Männer schaffen, Sorgearbeit zu übernehmen
  • systematischer Abbau von Geschlechterstereotypen
  • Ausbau der bedarfsgerechten qualifizierten Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, Ausbau öffentlicher Pflegeangebote
  • konsequente Erweiterung des Berufswahlspektrums für Mädchen und Jungen an Schulen und Modernisierung der betrieblichen Strukturen und Kommunikationsformen in typischen Männerberufen

Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Die Gleichstellungsbeauftragte /
Referat für Gleichstellung
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