Leitlinie Kinder- und Jugendbeteiligung

Ämterübergreifende Konzepterarbeitung und Leitlinienprozess zur Kinder- und Jugendbeteiligung

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung. Das ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention gesetzlich festgelegt.

Durch den Paragrafen 47f der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung wird das zusätzlich auch für unsere Stadt geregelt: Die Stadt ist verpflichtet, Kinder und Jugendliche an ihren Planungen und Vorhaben zu beteiligen.

Um Kindern und Jugendlichen ein Mitspracherecht zu ermöglichen, wurde 2010 das Kinder- und Jugendbüro gegründet und 2015 der Junge Rat als eigenständige Interessensvertretung eingerichtet. Zusätzlich finden regelmäßig weitere Beteiligungsformate, wie zum Beispiel der Zukunftsdialog Kiel 2042, die Beteiligungsaktion Albertopia oder Aktionen im Rahmen der Spielleitplanung statt.

Am 5. Juni 2019 hat der Jugendhilfeausschuss die Kieler Stadtverwaltung beauftragt, ein Konzept zur Kinder- und Jugendbeteiligung in Kiel zu erarbeiten. Dies soll in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendkommission geschehen.

Das Konzept soll an die Leitlinie zur Bürger*innenbeteiligung anschließen und die Belange von Kindern und Jugendlichen explizit stärken.

Damit wird die Kinder- und Jugendbeteiligung in der Landeshauptstadt Kiel auf das nächste Level befördert. Alle Ämter, die auf irgendeine Art und Weise mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, werden bis zum Herbst 2021 gemeinsam eine verbindliche Leitlinie für eine noch bessere und intensivere Kinder- und Jugendbeteiligung erarbeiten.


Kurz und knackig -
die wichtigsten Infos

Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, ein Konzept für Kinder- und Jugendbeteiligung mit den folgenden Vorgaben zu erarbeiten und umzusetzen:

  1. Die Kinder- und Jugendbeteiligung an Entscheidungsprozessen der Landeshauptstadt Kiel ist eine Querschnittsaufgabe, die in allen Bereichen von Verwaltung und Selbstverwaltung im Sinne von § 47f wahrzunehmen ist.
  2. Die Ämter sollen befähigt werden, Kinder- und Jugendbeteiligung qualitativ hochwertig und eigenverantwortlich durchzuführen, beziehungsweise zu beauftragen. Dafür müssen sowohl finanzielle als auch personelle Rahmenbedingungen geschaffen werden.
  3. Wann die Verwaltung Kinder und Jugendliche beteiligen muss, soll für alle Mitarbeiter*innen transparent und klar sein.
  4. Erarbeitung einer Handlungsleitlinie für Entscheidungen im oben genannten Sinne, an denen Jugendliche und Kinder zu beteiligen sind. Die Leitlinie soll für Kinder und Jugendliche verständlich sein.
  5. Das Kinder- und Jugendbüro soll in seiner Querschnittsfunktion bestärkt und ausgebaut werden.
  6. Es soll ein Begleitgremium mit einer Grundbesetzung aus Selbstverwaltung, Verwaltung und Jugendvertretung eingerichtet werden, das den Prozess begleiten soll und regelmäßig über die Umsetzung des Konzeptes berichtet.

 

Dieser Prozess soll durch

  • eine Evaluation des derzeitigen Standes von Beteiligungsverfahren innerhalb der Stadtverwaltung,
  • die Einrichtung einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe und
  • die Förderung einer sozialraumorientierten Einbindung verschiedener Institutionen und Akteur*innen, von Jugendeinrichtungen, Schulen, Vereinen und Initiativen

verstetigt werden.

 

Bis zur endgültigen Beschlussfassung durch die Ratsversammlung soll regelmäßig ein Bericht über den aktuellen Stand im Jugendhilfeausschuss erfolgen.

Die Federführung, also die Verantwortlichkeit oder Zuständigkeit für die Organisation des Prozesses, liegt beim Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendkommission. Das Konzept schließt ergänzt an die Leitlinie zur Bürgerbeteiligung an.

Eine Grafik mit den 6 Kernbestandteilen des Konzeptes

 Die auszuarbeitenden Ziele lassen sich wie folgt in zwei Bereiche aufteilen:

 

Wirkungsziele

  • Kinder- und Jugendbeteiligung wird an Entscheidungs-/Planungsprozessen der Landeshauptstadt Kiel im Sinne von §47 f. wahrgenommen.
  • Der Zeitpunkt der Beteiligung ist für alle Beteiligten klar und transparent.
  • Das Kinder- und Jugendbüro wird in seiner Querschnittsfunktion gestärkt und ausgebaut.

 

Handlungsziele

  • Es ist festgelegt, an welchen Entscheidungsprozessen Kinder und Jugendliche beteiligt werden müssen.
  • Es ist eindeutig formuliert und allen Beteiligten und Entscheidungstragenden klar und bewusst, wer, wie, warum, von wem, wann und woran beteiligt werden wird.
  • Alle Beteiligten sind befähigt worden, Kinder- und Jugendbeteiligungen qualitativ hochwertig durchführen zu können beziehungsweise zu beauftragen. Dafür werden sowohl finanzielle als auch personelle Rahmenbedingungen geschaffen worden sein.
  • Es liegt eine ausgearbeitete Handlungsleitlinie vor, die für Kinder- und Jugendliche verständlich formuliert ist und kinder- und jugendgerecht präsentiert wird.
  • Es ist ein Begleitgremium eingerichtet, bestehend aus Selbstverwaltung, Verwaltung und Jugendvertretungen.
  • Regelmäßige Berichterstattung über den aktuellen Stand im Jugendhilfeausschuss.
Eine Grafik mit den Handlungs- und Wirkungszielen des Konzeptes

Für die Erarbeitung des Konzeptes soll im Vorfeld der derzeitige Stand von Beteiligungsverfahren in der Landeshauptstadt Kiel evaluiert werden. Diese Evaluation wurde am 16. März 2020 in einem Vergabeverfahren ausgeschrieben. Von allen drei angeschriebenen Unternehmen lagen bis zum Ende der Frist am 17. April 2020 gültige Angebote vor. Den Zuschlag für die Durchführung der Evaluation erhielt das kommunalpädagogische Institut KP_I aus Hamburg. 

 

Die Evaluation umfasst hierbei folgende Punkte:

Ermittlung der Ausgangslage

Grundsätzlich gilt es vorab zu prüfen, welche Konzepte und Verfahren hinsichtlich der Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommune aktuell vorhanden sind und welche Bereiche der Verwaltung mit welchen Formen der Beteiligung in der Landeshauptstadt Kiel agieren. Dieser Teil der Evaluation ist bereits abgeschlossen.

Durchführung von Befragungen

Im zweiten Schritt sollen Beteiligte Ämter, Abteilungen und Personen qualitativ und quantitativ mittels Fragebögen und Interviews evaluiert werden. Als Zielgruppe kommen hierbei verantwortliche, betroffene und beteiligte Akteur*innen der Stadtverwaltung und Kinder und Jugendliche als Zielgruppe selbst in Betracht. Hierfür wurden 17 Befragungen von Menschen in der Verwaltung und 10 Gruppeninterviews mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Aktuell werden diese Interviews transkribiert und ausgewertet.

Evaluationsbericht

Die Ergebnisse der Evaluation werden während des Evaluationsprozesses dokumentiert und am Ende in Form eines Abschlussberichtes schriftlich festgehalten. Der Bericht wird unter anderem einem ämterübergreifenden Gremium präsentiert und dem Jugendhilfeausschuss am 2. Dezember 2020 präsentiert.  

 

Die Federführung obliegt dem Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen und wird vom Kinder- und Jugendbüro koordiniert. Während der Konzeptphase wird der Jugendhilfeausschuss regelmäßig über den Verlauf informiert werden.

Für die Erarbeitung der Leitlinine werden zwei Gruppen eingerichtet:

Ab dem 25. August wird sich in regelmäßigen Abständen ein im Beschluss gefordertes Begleitgremium treffen. Dieses Gremium setzt sich aus drei Delegierten der Kinder- und Jugendkommission, zwei Delegierten des Jungen Rates und fünf Vertreter*innen der Verwaltung zusammen: Amtsleitung Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen, Abteilung 56.2, OB-P Bürgerbeteiligung, Referate der Dezernate II und V.

Zu den Sitzungen können Gäste (zum Beispiel weitere Fachleute aus der Verwaltung) eingeladen werden, deren Anwesenheit und Mitberatung auf der Grundlage der Themenschwerpunkte der Sitzung erforderlich oder wünschenswert ist. Die Sitzungsleitung erfolgt durch die Amtsleitung des Amtes für Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Die für den Leitlinienprozess notwendige ämterübergreifende Arbeitsgruppe wird am Freitag, den 6. November 2020 erstmalig zu einem Auftakt- Verwaltungsworkshop zusammenkommen, um die verschiedenen Aspekte rund um die Kinder- und Jugendbeteiligung zu diskutieren, erste Bausteine zu den Rahmenbedingungen für eine gelingende Kinder- und Jugendbeteiligung sowie Eckpunkte für die zu erarbeitende Handlungsleitlinie zu entwickeln.

Auch die Ergebnisse der Evaluation sollen dann vorgestellt werden. Im Anschluss daran werden die Arbeitsergebnisse in der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe in unterschiedlichen Formaten inhaltlich vertieft und bearbeitet. Um die Vielfalt der Thematik abbilden zu können wird methodisch mit unterschiedlichen zielgruppenorientierten und themenspezifischen Formaten gearbeitet.

Eine Grafik der verschiedenen beteiligten Gruppen

Seit dem 25. August trifft sich in regelmäßigen Abständen ein im Beschluss gefordertes Begleitgremium.

Das aus neun Mitgliedern bestehende Gremium setzt sich aus drei Delegierten der Kinder- und Jugendkommission, zwei Delegierten aus dem Jungen Rat und vier Delegierten aus der Stadtverwaltung zusammen. Die Delegation der Verwaltung besteht aus Mitarbeitenden des Dezernats II und V, dem Amt 56.2 (Abtelung Kinder- und Jugendinteressen) und dem Bürgerbeteiligungsbüro (OB-P Bürgerbeteiligung).


Frau Agathe Dziuk, Herr Christian Osbar und Herr Viktor Lederer aus der Kinder- und Jugendkommission gehören dem Gremium an, sowie Yasin Söbütay und Emma-Luisa Döhler aus dem Jungen Rat. Von der Verwaltung sind Johannes Albig (Referatsleitung Dez.V), Bettina Koch (Bürgerbeteiligung), Stefan Simon (Abteilungsleitung 56.2) und Tillmann Voigt (Referatsleitung Dez.II) im Gremium vertreten. Jedes Mitglied wird eine Stellvertretung beauftragen, die namentlich benannt wird.

 

Leitung des Gremiums:

  • Amtsleitung des Amts für Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kathrin Seifert

 Geschäftsführung:

  • Kinder- und Jugendbüro 56.2.2, Chrissi Agrianidou

 Mitglieder des Gremiums:

  • Abteilung Kinder- und Jugendinteressen 56.2., Stefan Simon
  • Dezernat II, Referent Tillmann Voigt
  • Dezernat V, Referent Johannes Albig
  • OB-P.12 Bürgerbeteiligunsbüro, Bettina Koch
  • Junger Rat, Emma Döhler
  • Junger Rat,   Yasin Söbütay
  • Kinder- und Jugendkommission, Viktor Lederer
  • Kinder- und Jugendkommission, Christian Osbar
  • Kinder- und Jugendkommission, Agathe Dziuk

Zu den Sitzungen können Gäste (zum Beispiel weitere Fachleute aus der Verwaltung) eingeladen werden, deren Anwesenheit und Mitberatung auf der Grundlage der Themenschwerpunkte der Sitzung erforderlich oder wünschenswert ist.

6.11

Begleitgremium

 


Hier entlang zur Version mit Untertiteln

 


Die fertige Leitlinie -
voraussichtlich Ende 2021

Das fertig ausgearbeitete Konzept wird der Ratsversammlung voraussichtlich am Ende des nächsten Jahres präsentiert und zur Abstimmung vorgelegt.

Anschließend wird die Leitlinie veröffentlicht und mit einer Abschlußveranstaltung als neuer Bestandteil der Kieler Stadtverwaltung gebührend in die Strukturen der Landeshauptstadt Kiel integriert.

Das Begleitgremium wird sich danach weiterhin regelmäßig treffen, um die Umsetzung der neuen Leitlinie für Kinder- und Jugendbeteiligung zu begleiten.

 

 

 

 

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