Achtes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Das achte Stadtgespräch fand am Mittwoch, 26. April um 19 Uhr in Mettenhof im Birgitta-Thomas-Haus, Skandinaviendamm 350 statt.

Der Einladung zum achten Stadtgespräch folgten über 100 Personen, Menschen ohne und mit Migrationshintergrund, die in Mettenhof aktiv sind und / oder wohnen.

Nach der Einleitung der Moderatorin Birte Rassmus (Sozialplanerin der Landeshauptstadt Kiel) folgte eine Begrüßung durch den Oberbürgermeister, der sich bei den Mettenhofer*innen für ihr starkes Engagement bedankte.

Das Zusammenleben im Stadtteil im Fokus

Beim achten Stadtgespräch stand das Zusammenleben und der Zusammenhalt in Mettenhof auf der Agenda. Die Situation der Flüchtlinge in Mettenhof und verschiedene Projekte im Stadtteil wurden vorgestellt, unter anderem Kulturmittlerinnen, KitaLotsen, Sprachpaten, Fahrradwerkstatt, Cafe Global etc.
 

Wie in den vorherigen Veranstaltungen führen Fachleute in das Thema ein: 

  • Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer
  • Stadtrat Gerwin Stöcken - Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport,
  • Hajo Reimer - Leiter des Sozialzentrums Mettenhof und Geschäftsführer der Stadtteilkonferenz
  • Annette Naumann - Leiterin des AWO-Kinderhauses und Familienzentrums Sibeliusweg
  • Gudrun Bölting - Pastorin in der Thomas-Kirchengemeinde und Mitorganisatorin des Cafe Global
  • Melanie Vollstedt - Mitorganisatorin des Café Global
  • Frank Matthiesen - Polizeidirektion Kiel

 
 Folgende weitere Diskussionspartner*innen standen zur Verfügung und berichteten über ihre Erfahrungen

  • Bernd Krüger - Polizeistation Mettenhof
  • Frieder Petersen - ehemaliger Pastor, Freundeskreis mit Flüchtlingen
  • Gerd Schuhardt - Sprachpatenprojekt der AWO
  • Gudrun Wegerich - Initiatorin Fahrradwerkstatt
  • Pamela Zimmermann und Sabine Schiedeck - Frauenberatungsstelle EßoEß
  • Dani Pendorf - Verein Migration, Jugendmigrationsdienst
  • Lorenz Meierhofer - Christlicher Verein, Betreuungsstelle in Mettenhof
  • Susanne Wendt - Christlicher Verein, Jugendbüro in Mettenhof
  • Anne Jost - Christlicher Verein, Geschäftsführung
  • Jochen Hillebrecht, Christlicher Verein, Projekte mit Ehrenamtlichen
  • Michaele Heidemann - Teamleiter Jobcenter Mettenhof  
  • Dieter Lange , kommissarischer Schulleiter der Max-Tau-Schule (ehemaliger DaZ Schulleiter)

Zusammenfassung von Fragen, Antworten und Anmerkungen

  • Welche Möglichkeiten bestehen für männliche Flüchtlinge, sich über Sport zu integrieren? Es gäbe einige Lauftreffs, man könne sich an die Kreis- und den Landessportverband oder auch an die CAU wenden. Es gäbe auch ein Flüchtlingsangebot des KMTV.
  • Ältere geflüchtete Menschen seien oft ohne Anbindung und sie seien isoliert. Gibt es keine Beschäftigung, ehrenamtliche Arbeit für sie? Menschen, die ehrenamtlich arbeiten wollen, seien im Jobcenter Mettenhof oder im Ehrenamtsbüro „netteKieler“ willkommen.
  • Stadtrat Gerwin Stöcken erläutert zum Thema Wohnen: Kiel wächst, es gäbe den Trend, alleine zu wohnen, es sei schwierig, für Familien mit vielen Personen eine Wohnung zu finden. Vielleicht sollten ältere Menschen mit großen Wohnungen diese mit kleineren von Familien tauschen?
  • Manuel Friedinger (Verein Kiel hilft Flüchtlingen) berichtet, in der Waisenhofsporthalle werde jetzt eine Begegnungsstätte entstehen, Kontaktmöglichkeiten sollen geschaffen werden.
  • Es gäbe Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig, aber noch nicht alphabetisiert seien. Wie könne hier geholfen werden? Hier seien keine Pauschalantworten möglich, es gäbe eine Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr, für eine notwendige weitere Unterstützung müsse die Stadt das Thema (Bildungsdezernat) weiter aufgreifen.
  • Dieter Lange (Max-Tau-Schule) weist darauf hin, dass trotz Sprachbarrieren und unterschiedlicher Herkunft ein Abschluss erreicht werden müsse und die entsprechende Leistung erbracht werden müsse. Es gäbe seit vielen Jahren „Daz- Erfahrung“. Das sei eine Herausforderung und viel Arbeit. Die auftretenden Schwierigkeiten hätten nichts mit den verschiedenen Nationalitäten zu tun.  
  • Gerd Schuhardt (Sprachpate) stellt dar, dass der AWO Ortsverein seit drei Jahren Sprachpatenschaften durchführe, die Kinder lernten schnell und sprächen gut Deutsch, die Mütter seien ein wenig langsamer. Es gäbe viel Interesse an einem Spracherwerb.
  • Sabine Schiedeck (Frauenberatungsstelle EßoEß): nach niedrigschwelligen „Frauenkursen“ gäbe es eine große Nachfrage, der Austausch sei allgemein trotz der Sprachbarrieren gut.
  • Frieder Petersen (ehemaliger Pastor) erklärt, man habe eine Männergruppe gegründet. Es gäbe unterschiedlichste Probleme, da Männer nun keine Versorger der Familie mehr seien. Man sehe Rollenunsicherheiten im Umgang zwischen Frauen und Männern. Grundsätzlich gäbe es ein großes ehrenamtliches Engagement.
  • Gudrun Wegerich (Fahrradprojekt) berichtet von der Spende der Landeshauptstadt Kiel in 2014 von 400 Fahrrädern. Aktuell gibt es in der Schmiede des AWO-Bauernhofes das Fahrradprojekt im Rahmen einer ehrenamtlichen Arbeit.
  • Mehr Räume würden für Sprachkurse gebraucht. Die Landeshauptstadt Kiel wird sich darum kümmern.
  • Jochen Hillebrecht, der seit elf Jahren im Stadtteil im Christlichen Verein arbeitet, lobt die gute ehrenamtliche und professionelle Arbeit in Mettenhof und dass es viele engagierte Menschen in der Stadtteilkonferenz gäbe. Für ihn sei es am wichtigsten, Brücken zu bauen und Beziehungen zu knüpfen.
  • Verschiedene Einzelfälle wurden angesprochen, zum Beispiel in Bezug auf Wohnsituation, Wohnungssuche, Arbeitsvermittlung oder Krankenversorgung.

Der Oberbürgermeister und der Sozialdezernent schlossen die Veranstaltung mit einem großen Lob für die Integrationsleistung aller Mettenhoferinnen und Mettenhofer ab.