Erstes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Am Montag, 16. November 2015 fand das erste Stadtgespräch „Flüchtlinge in Kiel“ statt. Knapp 100 Personen fanden sich im Restaurant Legienhof ein, um sich schwerpunktmäßig zur Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem Nordmarksportfeld zu informieren und Fragen zum Thema zu diskutieren.

Es gab drei ausführliche Einführungsbeiträge von

  • Stadtrat Gerwin Stöcken, Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport
  • Ulf Döhring, Leiter des Amtes für Ausländerangelegenheiten
  • Ilka Hübner, Deutsches Rotes Kreuz, Einrichtungsleitung Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Nordmarksportfeld

Zusammenstellung von Fragen aus dem Plenum

  • Wie geht es im Bremerskamp weiter? Wird überhaupt gebaut? Für wie viele Flüchtlinge?
    Dazu gibt es noch keine klaren Aussagen. Die Entscheidungen liegen beim Minister für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein.
     
  • Geplante Erstaufnahmeeinrichtung im Niemannsweg 220, ehemaliges Wehrbereichskommando - wie viele Flüchtlinge kommen wann dorthin?
    Antwort: ca. 800, davon 500 ins Gebäude und 300 in Container davor. Beginn ist Mitte Dezember mit einer kleineren Anzahl von Flüchtlingen im Gebäude geplant (Aktueller Hinweis: Das Bezugsdatum wurde auf Anfang Januar verschoben).
     
  • Nordmarksportfeld: Wird die dortige Erstaufnahmeinrichtung geschlossen, wenn das ehemalige Wehrbereichskommando oder Bremerskamp geöffnet wird?
    Die Schließung wurde vom Land zugesagt, wenn die Erstaufnahmeeinerichtung Bremerskamp öffnet. Letztendlich kann heute aber niemand die zukünftige Entwicklung zuverlässig einschätzen.
     
  • Finanzen: Woher kommt das Geld?
    Wird finanziert über Minderausgaben an anderer Stelle, ungeplante Mehreinnahmen und gegebenenfalls Kreditaufnahmen.
     
  • Wer kümmert sich um Obdachlosigkeit?
    Die Stadt kümmert sich wie zuvor auch um wohnungslose Menschen in Kiel, denen weiterhin Übernachtungsmöglichkeiten (u.a. Erfrierschutz-Container) und andere Hilfen angeboten werden.
     
  • Dialog mit dem Bund, wer kümmert sich darum?
    Die Stadt steht im kontinuierlichen Dialog mit dem Bund ist, auch über den Deutschen Städtetag. 
     
  • Wohin kann man in Kiel Geld für Flüchtlinge spenden?
    Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie zum Beispiel an den Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein oder an „Kiel Hilft Flüchtlingen“. Unter www.kiel.de/fluechtlinge findet man weitere Hinweise. Weiterhin wurde auf die NDR-Spendengala hingewiesen, die gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband im Dezember beginnt.
     
  • Integration gelingt besser bei einer guten Durchmischung in den Stadtteilen. Kann die Anhebung der Mietobergrenzen für eine bessere Durchmischung sorgen?
    Nein, eine Anhebung der Mietobergrenzen würde lediglich zu Mietsteigerungen im gesamten Stadtgebiet führen. 

Fachleute von der Polizei und von „Kiel Hilft Flüchtlingen“ standen für die Beantwortung weiterer Fragen zur Verfügung. Bei allen Themen baten die Bürgerinnen und Bürger, ausreichend und frühzeitig informiert zu werden.