Fünftes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Die fünfte Veranstaltung der Reihe Stadtgespräche am Mittwoch, 28. September 2016, hatte die Integration von Kindern und Jugendlichen zum Thema.

Viele Menschen aus Krisenregionen suchen seit dem Sommer vergangenen Jahres Zuflucht in Kiel. Wie können diese Menschen in unsere Gesellschaft integriert werden? Wie gelingt das Miteinander junger Menschen? Antworten auf diese Fragen wurden beim fünften Stadtgespräch zur Flüchtlingssituation in Kiel gesucht, das unter dem Motto stand „Integration von Kindern und Jugendlichen: Wie gelingt das Miteinander junger Menschen beim Lernen, in der Freizeit und anderen Lebensbereichen.“.

Nach der Begrüßung und Hinführung zum Thema durch Stadträtin Renate Treutel, Dezernentin für Bildung, Jugend und Kreative Stadt sowie einem kurzen Bericht von Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Kiel folgte eine Einführung in die Themenschwerpunkte der Veranstaltung rund um die Integration von jungen Menschen und deren Familien durch die Fachexperten.

Anschließend diskutierten viele Fachkräfte unter anderem aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Schulbereich und der Flüchtlingshilfe sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger an Thementischen, wie Integration von Kindern, Jugendlichen und deren Familien gut gelingen kann. Dabei stand das gemeinsame Lernen von Kindern in der Schule ebenso im Focus wie die gemeinsame Freizeitgestaltung.

Eindrucksvoll schilderten zwei Jugendliche zudem ihre Situation als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und ermöglichten es den Teilnehmenden der Veranstaltung, in den direkten Austausch zu gehen. Es hieß nicht übereinander sondern miteinander reden! Die Teilnehmenden konnten so einen ganz persönlichen Eindruck zur Lebenssituation der jungen Menschen erhalten.

Spracherwerb entscheidend

Integration findet im Alltag statt und durch Begegnung der Kulturen und Menschen miteinander. Daher ist es wichtig, Neuzugewanderte in die Regelsysteme zu integrieren und die Integrationskraft aller Bildungseinrichtungen in Kiel gleichermaßen zu nutzen, wie zum Beispiel die der Kindertagesstätten, Schulen und Familienbildungsstätten.

Im Stadtgespräch fand hierzu ein reger Austausch über vorhandene Initiativen und neue Angebote statt, wie Eltern-Kind-Gruppen oder gemeinsames interkulturelles Kochen und musizieren.  Festgehalten wurde jedoch auch, dass die die Verwaltung weiterhin mit Hochdruck an einer bedarfsgerechten Ausweitung der Angebote zur frühkindlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege in Kiel arbeiten muss.

Insbesondere der Spracherwerb wirkt sich entscheidend auf die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus. Intensiv diskutiert wurde daher an einem Thementisch gemeinsam mit einem Vertreter der Schulaufsicht die Weiterentwicklung des Landeskonzepts Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in der Landeshauptstadt Kiel. Das Konzept sieht eine Verteilung der DAZ-Basiskurse über das gesamte Stadtgebiet unter Einbeziehung aller Schularten vor und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern zukünftig ebenfalls, an Ganztagsangeboten der Schule teilzunehmen.

Weitere Gesprächspartner*innen

  • Marion Muerköster, Leiterin des Jugendamtes
  • Bärbel Rohde, Leiterin des Familienzentrums Gaarden
  • Iris Diekelmann, Leiterin des Amtes für Schulen
  • Recai Kurt, Kreisfachberater Deutsch als Zweitsprache, Schulamt Kiel
  • Jürgen Ströh, Schulleiter des RBZ Technik
  • Wiltrut Cordes, Mädchentreff Mona Lisa
  • Beate Goffin, Leiterin des Amtes für Kinder- und Jugendeinrichtungen
  • Jule Stark, Kirchenkreis Altholstein
Zum Herunterladen
Flyer Stadtgespräche

Flyer Stadtgespräche