Neuntes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Das neunte Stadtgespräch fand am Donnerstag, 15. Juni um 19 Uhr im Regionalen Berufsbildungszentrum Wirtschaft statt. Es nahmen etwa 50 Personen teil.

Das Zusammenleben im Stadtteil im Fokus

Dieses war die dritte Veranstaltung zum Zusammenleben in den Stadtteilen. Vorher im Februar ein Stadtgespräch vor Ort in Elmschenhagen statt, im April in Mettenhof. 

Der besondere Höhepunkt des neunten Stadtgespräches war ein Gast aus Schweden. Åse-Lill Törnquist, die stellvertretende Vorsitzende der Stadtvertreterversammlung Götheborg  präsentierte, welche Erfahrungen in Göteborg mit Flüchtlingen, Bürgerbeteiligung und -engagement sowie der Beschaffung von Wohnraum machte und wie das Thema Integration dort angegangen wird.

Das Landeshauptstadt Kiel knüpfte im November 2015 den Kontakt zur Stadt Göteborg, als damals das Thema der Transitflüchtlinge, die auf dem Weg nach Schweden in Kiel strandeten, aktuell war und steht seither im regen Austausch mit Göteborg zu Fragen der Integration von Flüchtlingen.
 

Nach der Einführung durch die Moderatorin Birte Rassmus führen Fachleute in das Thema ein:

 

  • Stadtrat Gerwin Stöcken, Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und SportGerwin Stöcken, Dezernent für Soziales Gesundheit, Wohnen und Sport
  • Åse-Lill Törnquist, stellvertretende Vorsitzende der Stadtvertreterversammlung Göteborg
  • Frank Matthiessen, Polizeidirektion Kiel
  • Manuel Friedinger, Vorsitzender Kiel Hilft Flüchtlingen e.V.,: Begegnungsstätte Waisenhofstraße
  • Johanna Schmidt, International Center der CAU, Koordinatorin für Studienbegleitung von geflüchteten und internationalen  Studierenden  

 

Weitere Experten waren im Plenum:

 

  • Guido Vespermann, stellvertr. Schulleiter RBZ Wirtschaft
  • Oliver Zantow, Lehrer Flüchtlingsklassen RBZ Wirtschaft
  • Dieter Hartwig, Orsbeirat Ravensberg/ Brunswik/Düsternbrook
  • Bärbel Pook und Anna Birckhardt,  Stadtteilnetzwerk Nördliche Innenstadt
  • Kathrin Mates, Leitung Gemeinschaftsunterkunft WIK
  • Birgit Lawrenz, Kathrin Stadelmann und Xenia Zentner, Referat für Migration der Landeshauptstadt Kiel
  • Arne Leisner, Amtsleiter, Amt für Soziale Dienste
  • Suse Lehmler, Bildungsmanagement Landeshaptstadt Kiel
  • Anne Jost und Jochen Hillebrecht, Christlicher Verein 

Einige Fragen aus dem Plenum

 

  • Wie wird das Integrationszentrum in Göteborg finanziert?
     
    Es wird von der Kommune finanziert und von Angestellten und Ehrenamtlichen zugleich betrieben.
     
  • Welche Auswirkung / Bedeutung haben die eingeführten Schnellverfahren bei Asylanträgen in Schweden?
     
    Es sind beschleunigte Verfahren, die – wird ein positiver Bescheid erstellt – vollumfängliches Asyl für die Betroffenen bedeuten.
     
  • Gibt es im Göteborger Integrationszentrum viele Besuche von „alteingesessenen“ Schweden? Gibt es Besuche von eher kritisch eingestellten Göteborgern?
     
    Es gibt Besuche von beiden Gruppen. Die meisten Besucher möchten gerne mitarbeiten und bei der Integration von Geflüchteten in Göteborg helfen. Es kommen Besucher aus allen Schichten und Altersklassen ins Integrationszentrum. Allen wird gleichermaßen geholfen und Auskunft über die Angebote und Möglichkeiten erteilt.
     
  • Wie kann der Ortsbeiratsbezirk Ravensberg / Brunswik / Düsternbrook an der gesamtstädtischen Aufgabe der Integration teilhaben und sich einbringen?
     
    Verschiedene Fachleute antworten:
    • Erschwinglicher Wohnraum muss auch in diesem Teil der Stadt verstärkt entstehen.
    • Private Vermieter sind aus eigener Initiative heraus gefragt, Mietpreise bei einem Mieterwechsel nicht bis ans obere Limit zu setzen.
    • Es müssen neue Flächen für (bezahlbaren) Wohnungsbau gefunden werden.
    • Fast 500 Geflüchtete sind auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eingeschrieben bzw. aktiv. Initiativen, die sich hier einbringen wollen oder Angebote für Geflüchtete bekannt machen wollen, können sich gerne an das International Center der CAU (Frau Schmidt) wenden.
    • Zusätzlich gehen 200 Geflüchtete am Regionalen Bildungszentrum (RBZ) Wirtschaft zur Schule. Auch hier können Initiativen Angebote bekannt geben oder sich engagieren.
    • Das Stadtteilnetzwerk Nord unterstützt und hilft Interessenten, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.