Block-Innenentwicklung Nettelbeckstraße / Hardenbergstraße

Anfang 2013 traten zwei Grundstückseigentümer an die Landeshauptstadt Kiel mit dem Wunsch heran, auf ihren Grundstücken im Innenhof des Baublockes Nettelbeckstraße, Blücherstraße, Hardenbergstraße, Holtenauer Straße Eigentums- und Mietwohnungen zu errichten.

Dieser im mittleren / östlichen Teil des Innenhofes gelegene Bereich ist weitgehend mit Garagen, deren Zufahrten und Gewerbebauten versiegelt. Ein dritter Eigentümer (westlicher Innenhofbereich) beabsichtigt derzeit keine Veränderung auf seiner Fläche, steht den Planungen der beiden Vorhabenträger aber grundsätzlich positiv gegenüber.

Das Vorhaben entspricht den Darstellungen „Wohnbauflächen“ des Flächennutzungsplanes und dem politisch beschlossenen Ziel der Innenentwicklung (Leitbild „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, Drucksache 0356/2009). Für den Stadtteil Blücherplatz geht die Bevölkerungsprognose von einer Bevölkerungszunahme von 2011 bis 2031 von circa 8,8 Prozent aus. 
 


Rahmenbedingungen

In ersten Gesprächen zwischen den beiden Eigentümern, dem von Ihnen beauftragten Architekten und Vertretern der Stadt wurden die Rahmenbedingungen besprochen:

  • Die neuen Wohngebäude sollen die niedrigsten Gebäude im Blockrand an der Nettelbeckstraße nicht überragen, um auf die vorhandene Wohnnutzung Rücksicht zu nehmen. Auch die Abstände zur vorhandenen Wohnbebauung sollen größer sein als die durch die Landesbauordnung vorgeschriebenen Mindestabstände.
  • Eine Tiefgarage soll unter den Wohngebäuden für einen weitgehend von Kraftfahrzeugen befreiten und damit ruhigen Blockinnenbereich sorgen.
  • Diese Tiefgarage soll nicht nur für die neuen Bewohner zur Verfügung stehen, sondern auch einen Teil der entfallenden Stellplätze kompensieren.
  • Ein öffentlich nutzbarer Fußweg durch den Innenblock soll die Nettelbeckstraße mit der Hardenbergstraße auf kurzem Wege verbinden.
  • Die betroffenen Anlieger werden frühzeitig informiert und in die Planung eingebunden.


Chronologie

Der Satzungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nummer 1003V wird in den Kieler Nachrichten öffentlich bekanntgemacht.

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nummer 1003V tritt am 25. Mai 2016 in Kraft.
 

Der Oberbürgermeister verzichtet auf seine zwei Wochen lang bestehende Widerspruchsmöglichkeit zum Satzungsbeschluss und fertigt die Urkunde des Bebauungsplanes aus.
 

Nach Beschluss des Durchführungsvertrages zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 1003V folgt die Ratsversammlung der Empfehlung des Bauausschusses vom 14. April 2016, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 1003V Blockinnenentwicklung Nettelbeckstraße/ Hardenbergstraße (Drucksache 0222/2016) als Satzung zu beschließen.

Die Satzung des Bebauungsplanes Nummer 1003V wird durch die Ratsversammlung beschlossen.
 

Der Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nummer 1003V und seiner Begründung liegen im Rathaus öffentlich aus und sind im Internet einsehbar.

Außerdem liegen weitere Unterlagen (Artenschutzbericht, Fachbeitrag Biotop- und Artenschutz, Verschattungsstudie, orientierende Bodenuntersuchung) zur Einsichtnahme aus. Für die Öffentlichkeit besteht innerhalb der Frist die Möglichkeit zur Stellungnahme.
 

Einholung der Stellungnahme der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange zum Planentwurf und der Begründung.
 

Der Entwurf des Bebauungsplanes Nummer 1003V Blockinnenentwicklung Nettelbeckstraße / Hardenbergstraße (Drucksache 0727/2015) wird durch den Bauausschuss beschlossen.
 

Erarbeitung des Abwägungsvorschlages zu den eingegangenen Stellungnahmen der Öffentlichkeit und der Behörden, Erarbeitung des Bebauungsplanentwurfes und der Begründung und Aktualisierung/Anpassung des Fachbeitrags Biotop- und Artenschutz.
 

Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange werden anhand der Unterlagen, die auch zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung präsentiert wurden, unterrichtet und zur Äußerung aufgefordert.
 

Durch Aushang des Bebauungsplan-Vorentwurfes und der Begründung im Rathaus wird die Öffentlichkeit frühzeitig über die Planungen unterrichtet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Einsichtnahme in den Artenschutzbericht und den Fachbeitrag Biotop- und Artenschutz.

Die Unterlagen sind innerhalb der Beteiligungsfrist auch im Internet (unter kiel.de) einzusehen. Für die Öffentlichkeit besteht innerhalb der Frist die Möglichkeit zur Äußerung und Erörterung.
 

Innerhalb der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung wird im Ortsbeirat der Bebauungsplanvorentwurf und die geplanten Baumaßnahmen durch die von den Vorhabenträgern beauftragten Büros vorgestellt und der Öffentlichkeit die Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben.

Die Bürgerinitiative wiederholt die bereits aus der OBR-Sitzung vom 12. November 2014 bekannten Forderungen und überreicht die schriftliche Formulierung dem Ortsbeirat zum Protokoll. Der Ortsbeirat nimmt den Bebauungsplanvorentwurf einstimmig zustimmend zur Kenntnis.
 

Aufgrund der zwischenzeitlich eingegangenen ergänzenden Stellungnahmen (insbesondere zum Fachbeitrag Biotop- und Artenschutz) wird der Bebauungsplanvorentwurf und die Begründung aktualisiert.
 

Der Artenschutzbericht und der Fachbeitrag Biotop- und Artenschutz werden von den von den Vorhabenträgern beauftragten Büros eingereicht.

Die Aussagen des Artenschutzberichtes (Aktualisierung der Artenschutzrechtlichen Stellungnahme von Januar 2014) entsprechen den Aussagen aus dem Vorjahr.

Der Fachbeitrag Biotop- und Artenschutz gibt die Bestandserhebung und Bewertung der Biotoptypen/Bäume wieder. Inhalte sind ebenfalls eine Konfliktanalyse und Maßnahmenvorschläge für die Bereiche Biotopschutz, Baumschutz und besondere geschützte Tierarten, die in Festsetzungsvorschlägen für den Bebauungsplan (gegebenenfalls den Durchführungsvertrag) münden.
Den inhaltlich betroffenen Ämtern werden die Unterlagen vorgelegt und die Stellungnahmen der Ämterbeteiligung ergänzt.
 

Die städtischen Ämter erhalten den Bebauungsplanvorentwurf und die Begründung und geben ihre Stellungnahme bis Anfang April ab.
 

Der Bebauungsplanvorentwurf und die Begründung werden durch das von den Vorhabenträgern beauftragte Büro erarbeitet (vorhabenbezogener Bebauungsplan).
 

Die Planungsergebnisse des Auswahlverfahrens vom 5. September 2014 und der Ortsbeiratssitzung vom 12. November 2014 sowie der aktuelle Stand der Planungen werden dem Bauausschuss in der Sitzung am 4. Dezember 2014 mitgeteilt.

Der Bauausschuss beschließt den städtebaulichen Entwurf zur Weiterbearbeitung und als Grundlage für den zu erarbeitenden Bebauungsplanvorentwurf 1003V. Im anschließenden Bebauungsplanverfahren kann die Öffentlichkeit sich in der Vorentwurfsphase frühzeitig an der Planung beteiligen und im Rahmen der öffentlichen Auslegung Anregungen einbringen.
 

Der überarbeitete Entwurf wird im Ortsbeirat durch den Architekten vorgestellt und öffentlich diskutiert.

Der Entwurf stellt drei dreigeschossige Gebäude inklusiv zweier Staffelgeschossteile dar. Hierzu gibt es zwei Varianten:

  • Variante 1 enthält zwei Staffelteile auf dem östlichen Gebäude.
  • Variante 2 enthält ein Staffelteil auf dem östlichen und ein Staffelteil auf dem westlichen Gebäude.

Die Bürgerinitiative fordert in dieser Ortsbeiratssitzung, eine nur maximal dreigeschossige Bebauung ohne Staffelgeschoss zuzulassen und den bisher gesetzten Wert der Bruttogrundfläche (BGF) von mindestens 5.600 m² auf maximal 5.200 m² abzusenken.

Der Ortsbeirat nimmt den vorgelegten Entwurf grundsätzlich zustimmend zur Kenntnis. Er begrüßt ihn als Ergebnis des umfänglichen, mehrteiligen Bürgerbeteiligungsverfahrens. Zusätzlich wird gebeten, noch einmal den Umfang der Notwendigkeit von Staffelgeschossen als viertes Geschoss auch unter Berücksichtigung des nördlichen Teils des westlichen Gebäudes zu prüfen.

Die nochmalige Prüfung ergibt, dass bei einer maximal dreigeschossigen Bebauung (ohne Staffelgeschoss) im vorliegenden Entwurf mit einer BGF von circa 5.040 m² zu rechnen ist und die in der Ortsbeiratssitzung vorgestellten und diskutierten Varianten, die auf einem beziehungsweise zwei geplanten Gebäuden auch Staffelgeschossteile vorsieht, eine BGF von circa 5.620 m² erreicht.
 

Der beauftragte Architekt stellt im Rathaus der Bürgerinitiative die Konzeptvarianten vor. Aufgrund der anschließenden Diskussion nimmt der Architekt weitere Überarbeitungen vor.
 

Die drei vorgelegten städtebaulichen Konzepte werden durch die jeweiligen Architekten öffentlich vorgestellt und mit dem Auswahlgremium, in dem auch die Bürgerinitiative vertreten ist, dem Ortsbeirat und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Die drei eingereichten städtebaulichen Konzepte können Sie als Dokumente aufrufen:

Das Auswahlgremium empfiehlt das städtebauliche Konzept der BSP Architekten. Hier finden Sie das Protokoll der Sitzung. Das empfohlene Konzept soll als Grundlage für die Ausarbeitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sowie der weiteren Gebäudeplanung und deren Realisierung dienen.

Das städtebauliche Grundkonzept enthält einen „Block im Block“, der einerseits Rücksicht auf die bestehende Bebauung nimmt und andererseits die potentielle Neubebauung als eigenständiges Element im Blockinnenbereich formuliert.

Aufgrund der Empfehlung des Auswahlgremiums, das städtebauliche Konzept „Block im Block“ mit einer ausschließlich über die Nettelbeckstraße geführten Kfz-Erschließung weiter zu bearbeiten, wechseln die beiden Eigentümer das Architekturbüro, welches nun mit der weiteren Ausarbeitung der Planung beauftragt ist.
 

 

Der Moderator und Mitarbeiter der Bauverwaltung prüfen die abgegebenen Konzepte auf Plausibilität und auf Einhaltung der Vorgaben.
 

Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nummer 1003V (Blockinnenentwicklung Nettelbeckstraße / Hardenbergstraße, Drucksache 1095/2013) wird durch den Bauausschuss gefasst. Ziel: Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Wohnbebauung im Blockinnenbereich.

Ergänzend wurde beschlossen, dass unter der Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner eine Architekten-Mehrfachbeauftragung vorgenommen werden sollte, um alternative städtebauliche Entwürfe zu dem vorliegenden Entwurf zu erhalten.

Ein erfahrener Moderator führt die Mehrfachbeauftragung und die Abstimmung mit der Bürgerinitiative durch. Zwischen dem Moderator und der Bürgerinitiative gibt es einen regen Informationsaustausch. Es werden Wünsche der Bürgerinitiative (zum Beispiel Schattenwurfdarstellungen) aufgenommen und als Vorgaben an die drei beauftragten Büros weitergegeben.

Innerhalb des Bearbeitungszeitraumes vom 19. Mai 2014 bis zum 18. Juli 2014 zieht ein Büro seine Teilnahme zurück. Somit liegen neben dem bereits bekannten städtebaulichen Konzept des ursprünglich beauftragten Büros zwei weitere Konzepte vor.

Der Ortsbeirat regt unter anderem an, einen Architektenwettbewerb durchzuführen, um eine vorbildliche städtebauliche Qualität zu gewährleisten.
 

Aufgrund der geplanten Veränderungen im Blockinnenbereich gründeten Anlieger im Jahr 2013 die Bürgerinitiative „Blücherdialog - Rettet die Innenhöfe“. Die beiden Investoren und die Bürgerinitiative werden am 9. Januar 2014 vom Bauausschuss angehört und der vorgelegte Rahmenplan zur Kenntnis genommen.
 

Anfang Januar 2014 wird der Verwaltung eine artenschutzrechtliche Stellungnahme über den gesamten Innenblock zur Verfügung gestellt, die durch ein von einem der Eigentümer beauftragtes Fachbüro erstellt wurde.

Der Stellungnahme ist zu entnehmen, dass aus artenschutzrechtlicher Sicht den Planungen keine größeren Bedenken entgegenstehen. Außer einer zu berücksichtigenden Bauzeitenregelung (Vogel- und Fledermausschutz) sind keine weiteren artenschutzrechtlichen Maßnahmen in diesem sehr artenarmen Untersuchungsgebiet erforderlich.
 

Die Anlieger wurden mit einer Hauswurfsendung am 7. August 2013 auf eine Informationsveranstaltung im zuständigen Ortsbeirat Ravensberg / Brunswik / Düsternbrook am 14. August 2013 hingewiesen.

Während der Sitzung des Ortsbeirats informierten der Architekt und ein Vertreter des Stadtplanungsamtes die Anwesenden über die Inhalte des Rahmenplans und die notwendige Planrechtschaffung.

Weil es hier um das Interesse von privat Eigentümern geht, soll das Planungsrecht für eine städtebaulich geordnete Wohnbebauung durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geschaffen werden. Die Kosten für das Planverfahren und die notwendigen Gutachten werden hierbei von den Investoren übernommen.

Im Anschluss an eine kontroverse Diskussion äußerten sich die anwesenden Ortsbeiratsmitglieder grundsätzlich positiv zu einer Wohnbebauung. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.